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Egor Čečulin

Die Schnitzkunst in Walrosszahn in eine besondere Tradition der Čukčen, aber auch weiter südlich lebende Korjaken verwenden dieses Material. So führt Egor Čečulin, der aus Anapka von der Ostküste Kamtschatkas stammt, diese Tradition mit eigenen künstlerischen Akzenten fort.

Als er in seiner Kindheit oft mit seinem Vater auf Hundeschlitten unterwegs war, konnte er beobachten, dass es immer kleinere Bauteile für die Gespanne zu schnitzen gab. Später, als Egor Čečulin als Mitarbeiter der „Kulturbrigaden“ für Filmvorführungen in Rentierlagern zuständig war, sah er fasziniert zu, wie Rentierhirten kleinere Gebrauchsgegenstände wie Behältnisse für Nähnadeln, Fingerhüte oder Einzelteile für Rentiergespanne aus Rentierhorn anfertigten.

Er begann kleine Figuren zu schnitzen und merkte bald, dass sie Touristen gefielen. Er entwickelte seine künstlerischen Fertigkeiten weiter und konnte seinen Lebensunterhalt damit verdienen. Schließlich zog er nach Petropavlovsk-Kamtschatskij, in die Hauptstadt der Halbinsel, wo er auch sein Universitätsstudium im Fach Psychologie absolvierte und wo er sein Atelier hatte.