Dossiers

Erich Kasten

Neuere Publikationen

  • 2025. (Hg.). Sprechende Objekte – Ethnographica und ihre Erzählungen. Fürstenberg/Havel: Kulturstiftung Sibirien.

  • 2024. (co-author with Nadezhda Mamontova, Dmitriy Oparin, Vera Solovyeva, Liliya Zdor and Mark Zdor). Co-producing Knowledge about Western Museum Collections: An Avenue for Siberian Communities’ Engagement. In A Fractured North – Maintaining Connections. Erich Kasten, Igor Krupnik, and Gail Fondahl (eds.), 179–202. Fürstenberg/Havel: Kulturstiftung Sibirien.

  • 2024. From Implemented Co-production to Enforced Stagnation: Revising Methodologies in a Changing Political Environment (1993-2023). In A Fractured North – Journeys on Hold. Erich Kasten, Igor Krupnik, and Gail Fondahl (eds.), 211–234. Fürstenberg/Havel: Kulturstiftung Sibirien.

  • 2024. Under the Shadow of a Colonial Empire: Indigenous People’s Oppression Through the Lenses of Early Scientific Explorers in the Siberian Northeast. In A Fractured North – Facing Dilemmas. Erich Kasten, Igor Krupnik, and Gail Fondahl (eds.), 91–117. Fürstenberg/Havel: Kulturstiftung Sibirien.

  • 2024. Schnitzfiguren der Korjaken. In Weltenfragmente. Michael Kraus (Hg.), 420–424. Göttingen: Universitätsverlag.

  • 2024. Digital Humanities of the North – Open Access to Research Data for Multiple User Groups. In Library and Information Sciences in Arctic and Northern Studies. S. Acadia (ed.), 227–240. Cham: Springer Polar Sciences.

  • 2022. Franz Boas in Berlin: Neue methodologische Orientierungen und sein Weg zu einem gesellschaftlich und politisch engagierten Wissenschaftler. In Franz Boas – die Haltung eines Wissenschaftlers in Zeiten politischer Umbrüche. E. Kasten (Hg.), 27–58. Fürstenberg/Havel: Kulturstiftung Sibirien.

  • 2022. Waldemar Jochelson. His Life and Work in Light of Newly Accessible Sources. Anthropos 117: 191–194.

  • 2022. Sustaining Oral Traditions and Languages in Siberia by Means of Hybrid Publishing and dissemination Strategies. In Multiethnic Societies of Central Asia and Siberia Represented in Indigenous Oral and Written Literature. M. Schatz (ed.), 39–49. Göttingen: Universitätsverlag.

  • 2022. Этнографические методы Владимира Иохельсона в период Сибиряковской экспедиции и во время его поздних исследований. In Полевые исследования В.И. Иохельсона. E. Kasten und A. Sirina (Hg.), 67–85. Fürstenberg/Havel: Kulturstiftung Sibirien.

  • 2021. Erschließen von Museumsbeständen in Koproduktion mit indigenen Gemeinschaften. Mit einer Einführung von Heriette Lavaulx-Vrécourt. Baessler Archiv 67: 141–157.

  • 2021. Indigenes Wissen der Korjaken zu nachhaltigem Fischfang und Rentierhaltung. In Mensch und Natur in Sibirien – Umweltwissen und nachhaltige Naturbeziehungen in Zeiten des Klimawandels. E. Kasten (Hg.), 237–276. Fürstenberg/Havel: Kulturstiftung Sibirien.

  • 2021. Schamanisches Vermächtnis in heutiger ritueller Praxis in Nordostsibirien. In Schamanen Sibiriens und ihr Vermächtnis. E. Kasten (Hg.), 165–187. Fürstenberg/Havel: Kulturstiftung Sibirien.

  • 2020. Georg Wilhelm Steller: Scientist Humanist and Most Significant Ethnographer for the Itelmens of Kamchatka. In Writing the Arctic. German Representations of the Far North in the 18th and 19th Century. J. Borm and J. Kodzik (eds.), 202-221. Cambridge Scholar Publishing.

  • 2020. Fieldwork on Kamchatka Peninsula and Creation of the Foundation for Siberian Cultures: Towards an Open Access Database of Indigenous Languages and Knowledge from the Russian Far East. In Library and Information Studies for Arctic Social Sciences and Humanities. S. Acadia and M.T. Fjeelestad (eds.), 329-352. London: Routledge.

Sonstige Publikationen

Curriculum vitae      

Erich Kasten, geboren 1949 in Münster/Westfalen, studierte zunächst Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin, wo er 1984 in den Fächern Ethnologie, AltamerikanisIk und SkandinavisIk mit "summa cum laude" promoviert wurde. In seiner Dissertation beschäfigte er sich mit kulturellen Dynamiken bei samischen RenIerhaltern in Nordskandinavien. Ein anschließendes DFG-Stipendium führte ihn zu den First Nations an der Nordwestküste Kanadas, wo er vor allem deren Zeremonialsystem untersuchte. Aus der Zusammenarbeit mit dortigen Künstlern entwickelte er seine Ausstellung „Maskentänze der Kwakiutl“, die 1989/90 im Ethnologischen Museum in Berlin gezeigt wurde.

Die politischen Veränderungen und neuen Herausforderungen dieser Jahre veranlassten E. Kasten, seine Arbeit über Völker und Kulturen des Nordens nun in Sibirien fortzusetzen. Nach russischen Sprachstudien in St. Petersburg untersuchte er ab 1993 in einem ersten DFG-geförderten Forschungsprojekt Ethnizitätsprozesse auf Kamtschatka. In den Jahren 1995-1996 führten E. Kasten und E. Dul'čenko zusammen mit dem Kamtschatka Institut für Ökologie und Naturmanagement (KIEP) in Petropavlovsk-Kamtschatski das EU-INTAS-Projekt „Natural Resources of the West Coast of Kamchatka“ durch. Aus diesen Projekten entwickelte sich im Laufe der folgenden Jahre eine Dokumentation nahezu aller Kulturbereiche der dort lebenden indigenen Völker (Itelmenen, Evenen und Korjaken).

Von 1989 bis 1998 war E. Kasten auch Lehrbeauftragter an der FU Berlin. Von 2000 bis 2002 war er Koordinator der neu gegründeten Sibirien-Gruppe am Max Planck InsItute for Social Anthropology in Halle/Saale, von wo aus er Feldforschungen zu sozioökonomischen postsozialistischen Transformationen in Sibirien sowie mehrere internationale Konferenzen durchführte. In den Jahren 2003-2004 leitete E. Kasten ein UNESCO-Projekt zur Dokumentation von indigenem Wissen über nachhaltige Naturnutzung auf Kamtschatka. Während einer DFG-geförderten Tätigkeit am Ethnologischen Museum Berlin vertiefte er seine Kenntnisse auf dem Gebiet des Erhalts von Kunst- und Handwerkstraditionen sibirischer Völker. Zugleich erforschte E. Kasten die Gesangs- und Tanztraditionen der Völker Kamtschatkas, für deren Ensembles er Gastspiele in Europa organisierte. Ergebnisse seiner weitgefassten ethnologischen Forschungen mündeten schließlich in die deutsch-russische Ausstellung „Schamanen Sibiriens“, die er von 2007 bis 2009 im Linden-Museum in Stuttgart kuratierte. 2019 hielt E. Kasten die Festrede zum 25-jährigen Bestehen des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Nowosibirsk, verbunden mit einer dortigen Ausstellung. Das Programm „Östliche Partnerschaft und Russland“ des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland förderte seitdem verschiedene Projekte zum Erhalt und zum Ausbau von Beziehungen mit der russischen Zivilgesellschaft.

Von Anfang an hat E. Kasten wissenschaftliche Forschung mit der prakIschen Anwendung des von ihm dokumentierten indigenen Wissens verbunden. Im Jahr 2010 gründete er die Kulturstiftung Sibirien, mit der er seine Erfahrungen und Ziele für den Erhalt des bedrohten kulturellen Erbes und der kulturellen Vielfalt der Völker des Nordens noch effektiver umsetzen kann. Mit Hilfe seiner Filmaufzeichnungen erstellt er in Zusammenarbeit mit einheimischen Experten unter anderem multimedial unterstützte Lernmaterialien in den jeweiligen indigenen Sprachen. Mit regelmäßigen Workshops in der Kulturstiftung Sibirien ist er bemüht, wechselnde Themenschwerpunkte zu vertiefen und in Publikationen zusammenzufassen, die den angestrebten interdisziplinären und interkulturellen Diskurs widerspiegeln.

Neben eigenen Publikationen widmet er sich vor allem dem weitern Ausbau des Verlags der Kulturstiftung Sibirien. Gemäß dem gemeinnützigen Anspruch der Kulturstiftung Sibirien werden alle Bücher im Internet zum kostenlosen Download bereitgestellt, um auch in Russland einen leichten Zugang zu ihnen zu ermöglichen. Darüber hinaus entwickelt E. Kasten für die Kulturstiftung Internetportale, um einen lebendigen und benutzerfreundlichen Diskurs über sibirische Themen vor allem unter jungen Menschen anzuregen.

E. Kasten beteiligt sich weiterhin an internationalen Forschungsprojekten und sieht eine besondere Herausforderung in der Umsetzung seiner Forschungsergebnisse für wichtige Belange indigener Gemeinschaften. Angesichts der besonderen politischen Entwicklungen der letzten Jahre befasst er sich seitdem auch verstärkt mit zeitgeschichtlichen Themen ausgehend von den Perestroika-Jahren in Sibirien.

Tabellarischer Lebenslauf