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Steller und die Itelmenen

Die Franckeschen Stiftungen zu Halle zeigten im Jahr 1996 die Ausstellung Die Große Nordische Expedition: Georg Wilhelm Steller (1709-1746): Ein Lutheraner erforscht Sibirien und Alaska. Erich Kasten war für die Foto- und Kunstausstellung Steller und die Itelmenen zuständig und verfasste das Begleitbuch Lachsfang und Bärentanz.

Darüber hinaus organisierte Erich Kasten den Auftritt des itelmenischen Ensembles El’vel’ sowie die Reise einer Kulturdelegation der Itelmenen zur Teinahme an der Ausstellung. Besonders G.W. Stellers Beschreibungen der brutalen Eroberung und Kolonisation Kamtschatkas fanden großes Interesse bei den itelmenischen Gästen. Seine einfühlsamen Beschreibungen im Hinblick auf die Einheimischen hatten bislang in Russland – im Vergleich zu seinem russischen Zeitgenossen S.P. Krašeninnikov – kaum Beachtung gefunden. Auch blieben Stellers kritische Ausführungen zu dem rücksichtslosen Auftreten der Eroberer in russischen Ausgaben weitgehend unberücksichtigt. So erfuhren die Itelmenen zum ersten Mal mehr über die frühe Geschichte ihres Volkes, was nach der Rückkehr der Delegation in dem Heimatdorf Kovran noch lange Zeit großen Nachhall fand.

Die Neuausgabe von G.W. Stellers Werk Beschreibungen von dem Lande Kamtschatka erschien zur Ausstellung im Jahr 1996 und als Neuauflage 2013. Eine zusammenfassende Einschätzung findet sich in: Georg Wilhem Steller: Scientist, Humanist and Most Significant Ethnographer for the Itelmens of Kamchatka (in print).

Steller und die Itelmenen 2
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